Home > Über unsere Schule > Geschichte

Die Deutschen Schule wurde 1922 im Zentrum von Bogotá gegründet.
Das Zusammentreffen von Elisabeth Schrader und Anton Kraus auf einem Schiff
von Deutschland nach Kolumbien und ihr Entschluss, deutschstämmigen Kindern
in Bogotá die deutsche Sprache und Kultur durch eine deutsche Schule
zu erhalten bzw. vermitteln zu lassen, sind der Ausgangspunkt für die
erfolgreiche Gründung unserer Schule.
Der erste "Schulort" liegt in der Calle 15 mit der Carrera 9, im
Zentrum von Bogotá, wo in einem angemieteten Haus für 40 Schüler
im Jahre 1922 der Unterricht beginnt.
Obwohl
die innenpolitische Entwicklung Deutschlands in den 20er Jahren durch
politische Krisen und Umsturzversuche schwierig ist, fördert die deutsche
Regierung die "Deutsche Schule Bogotá" durch
finanzielle Zuschüsse und durch die Entsendung deutscher Lehrer. 1925: Der
Zug nach Norden beginnt. Bereits 1925 ist die erste Schule zu klein. Die ganze
Schulgemeinde zieht in die Carrera 8 mit der Calle 19 und muss bereits 1933 in
die Calle 20 mit der Carrera 12 weiterziehen.
Als sich der Schulvorstand Ende der dreißiger Jahre entschließt, ein großes Grundstück im Stadtteil "Retiro", damals noch im Grünen gelegen, für ein neues Schulgelände zu erwerben, macht der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges alle Pläne zunichte. 1931: Die Deutsche Schule erhält die offizielle Anerkennung. Die offizielle Anerkennung von deutscher und kolumbianischer Seite macht trotz der krisenhaften Ereignisse im Weltmaßstab in den dreißiger Jahren große Fortschritte. Der Schulverein, der zunächst nur ein Zusammenschluss einzelner Gründungsmitglieder ist, erhält im Jahre 1931 die "personería jurídica" und veröffentlichte 1933 seine Vereinsstatuten.
1935 erreicht die Deutsche Schule, dass ihre Schüler die kolumbianische Bachilleratsprüfung ablegen konnten, was den Zugang zum inländischen Universitätsstudium erleichtert.
Ebenso können die Schüler die deutsche "Schlussprüfung" machen, was der "Mittleren Reife" in Deutschland entspricht. Die Anzahl der Schüler steigt bis 1941 auf 263 an. 1942: Alle deutschen Schulen in Kolumbien werden geschlossen.
1939 erscheint eine mysteriöse "antikolumbianische" Zeitungsanzeige in "EI Tiempo", die mit der Deutschen Schule in Verbindung gebracht wird. Diese Affäre zwingt den Schulleiter Kurt Reisch, Kolumbien zu verlassen, während die Deutsche Schule in Bogotá ihre amtliche Anerkennung verliert.
Kurt Reisch übernimmt die Leitung der Deutschen Schule in Caracas, unsere Schule erhält nach der Erfüllung umfangreicher Auflagen die Genehmigung für ein Jahr, aber das traditionell gute Verhältnis zwischen den kolumbianischen Behörden und der Deutschen Schule ist nachhaltig gestört. 1941, wenige Tage nach dem Überfall der Japaner auf Pearl Harbour, wird der ganze amerikanische Kontinent in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen und die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Deutschland werden abgebrochen.
Anfang 1942 ordnet der kolumbianische Unterrichtsminister Germán Arciniegas die Schließung aller vier deutschen Schulen in Kolumbien an. Die beiden vermittelten Lehrer, Martin Schneider und Fritz Müller, die aus familiären und gesundheitlichen Gründen nicht zurückreisen können, führen in Privathäusern den Primaria-Unterricht weiter, während die Schüler der Sekundarstufe einheimische Schulen besuchen müssen.
Das Schulinventar wird zum Teil verkauft, um die ausstehenden Gehälter
der Lehrer zu bezahlen. Das Schularchiv bekommt die spanische Botschaft, seitdem
ist es verschollen. 1947: Mühsam ist der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Februar 1947 gründet Dr. Müller eine Privatschule mit dem Namen "Colegio
Andino".
Der wiedergegründete deutsche Schulverein übernimmt 1948 die Schule "Colegio Andino" von Dr. Müller. Nach langwierigen Verhandlungen gelingt es 1948, die kolumbianische Regierung zur Rückgabe des eingezogenen Vereinsvermögens zu bewegen.
1953 kann der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg geplante Neubau eines Schulhauses in der Carrera 11 und der Calle 82 verwirklicht und der Schulbetrieb mit 650 Schülern und 38 Lehrern in allen Klassenstufen vom Kindergarten bis zum Bachillerat aufgenommen werden. 1957: Das deutsche "Wirtschaftswunder" ermöglicht den Ausbau der Deutschen Schule.
Ende der fünfziger Jahre konnte die Bundesrepublik ihr weltweites kulturpolitisches Engagement im Zuge des deutschen "Wirtschaftswunders" durch die finanzielle und personelle Förderung der Deutschen Schule Bogotá wieder aufnehmen. Der Ausbau der Schule schreitet rasch voran. Unterrichts- und Fachräume, eine Bibliothek und eine Schulkapelle werden neu gebaut.
Mitte der sechziger Jahre besuchen 1.200 Schüler das Colegio Andino. Nach der Ausbauphase der sechziger Jahre wandelt sich das Colegio Andino in den siebziger Jahren zu einer der modernsten und pädagogisch herausragendsten Schulen Kolumbiens. 1982: Der Marsch nach Norden findet ein vorläufiges Ende. Die stürmische Entwicklung in den siebziger Jahren zwingt den Schulverein, sich einem erneuten Standortwechsel zu stellen, weil die Schule in der Carrera 11 und der Calle 82 "aus allen Nähten platzt. Der Umzug auf die "grüne Wiese" am nördlichen Stadtrand in die Carrera 51 mit der Calle 218, die 1982 einem besseren Feldweg gleicht, wird zum 60. Jubiläum der Schule rasch vollzogen.
Ein eindrucksvolles Schulgelände muss in den folgenden Jahren architektonisch
wie gärtnerisch funktional und attraktiv zugleich gestaltet werden. Der
Neubau des Kindergartens und der Dreifachturnhalle wird in die Tat umgesetzt.
Der Ausbau des sportlichen Freigeländes, des Parkplatzes und der ganzen
Grünanlagen folgt rasch. Im innerschulischen Bereich wird besonders der
Deutschunterricht qualitativ verbessert, was sich positiv in den sehr guten
deutschen Sprachdiplomprüfungen auswirkt. 1992: Richtfest für das
Anton- Kraus-Auditorium zum 70jährigen Schuljubiläum. Anlässlich
des 70jährigen Schuljubiläums feiert der Schulvereinsvorstand in
einem Festakt das Richtfest für eine 800 Plätze fassende Aula. 1996
kann der Fachbereich Mathematik/Informatik einen zweiten hochmodern ausgestatteten
Computerraum in Betrieb nehmen.
Der Fachbereich Kunst bekommt ein Fotolabor, und für den stark gestiegenen
Besucherstrom muss der Parkplatz erneut erweitert werden. 2000: Die Kapelle
zum Heiligen Kreuz wird von Bischof Stehle, dem ehemaligen Kaplan der Schule,
feierlich geweiht. Sie steht allen Konfessionen offen. Sie ist ein Ort der
Besinnung, der Stille, aber auch der Schulmusik. 2002: Die DS Bogotá erhält
ein Hallenbad mit einem 25-m-Becken, einer Cafeteria und einer Sonnenterrasse.
Ein neues Unterrichtsgebäude mit zwölf Klassen- und Verwaltungsräumen
wird der Schule übergeben.
Der Berufsschulzweig (ICAFT) bezieht das Erdgeschoss und den 1. Stock. Der 2. Stock wird als Zentrum des Deutsch-als-Fremdspracheunterrichts eingerichtet. Das neue Gebäude erhält den Namen "Walter-Held-Bau" zu Ehren seines Ehrenvorsitzenden Walter Held, der über 60 Jahre die Geschicke der DS Bogotá im Vorstand mitgestaltet hatte. Don Walter Held war Anfang des Jahres verstorben.