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In der Sekundarstufe der Deutschen Schule Bogota werden 658 Schüler in 33 Klassen unterrichtet. Die Sekundarstufe umfasst die Klassenstufen 7 – 12 und bietet als Abschlussmöglichkeiten das deutsche Abitur und das kolumbianische Bachillerat an. Sie ist in den Jahrgangsstufe 12 vierzügig, in 10 und 11 fünfzügig, in 9 und 8 sechszügig und in der Jahrgangsstufe 7 sogar siebenzügig.
In die A-, B-, E-, F- und G-Klassen gehen Schüler, deren Muttersprache Spanisch
ist. In diesen Klassen ist die Unterrichtssprache, von den Fächern Deutsch,
Englisch und Französisch abgesehen, grundsätzlich Spanisch.
In den D-Klassen befinden sich wie in der Primaria die Schüler mit Deutsch als Muttersprache. In diesen Klassen ist die Unterrichtsprache, abgesehen von den Fremdsprachen, Deutsch. Darüber hinaus kann es auch in den A-, B-, E-, F- und G-Klassen Fächer geben, die auf Deutsch unterrichten werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund, das Deutsch bei den Schülern weiter zu stärken.
Die C-Klassen bilden den bilingualen Zweig. In ihm befinden sich die Schüler, die in allen Fächern, insbesondere aber im Fach Deutsch, sehr ansprechende Leistungen zeigen. Die Schüler der C-Klassen werden in vielen Fächern wie Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Kunst und Musik in deutscher Sprache unterrichtet. Dadurch sollen sie auf den gemeinsamen Unterricht mit den Muttersprachlern der D-Klasse ab dem 10. Schuljahr vorbereitet werden.
Die Türen zu den C-Klassen sind in beiden Richtungen offen: Schüler der A-, B-. E-, F- und G-Klassen können in die C-Klassen übertreten, wenn sie die erforderlichen Leistungen zeigen. Ein Verbleiben in den C-Klassen ist nur möglich, wenn die schulischen Leistungen besser als lediglich befriedigend sind.
Ab der Jahrgangsstufe 9 können sich diejenigen Schüler, die Spanisch
als Unterrichtssprache haben, für den naturwissenschaftlichen oder den sprachlichen
Zweig mit Französisch als dritter Fremdsprache entscheiden. In diesem
Schuljahr gibt es die naturwissenschaftlichen Klassen 9A1, 9A2, 10A, 11A und
12A und die sprachlichen Klassen 9B1, 9B2, 10B1, 10B2, 11B und 12B. Aus den
Klassen 9C und 9D wird zu Beginn des 10. Schuljahrs
die integrierte Klasse 10i gebildet. Sind es insgesamt mehr als 30
Schüler,
so entstehen zwei integrierte Klassen. Zur Zeit haben wir die integrierten Klassen
10i1, 10i2, 10i3, 11i1, 11i2, 11i3, 12i1 und 12i2. In diesen i-Klassen werden
die Qualifikationsfächer für den Erwerb der deutschen Hochschulreife
bis zur 12. Klasse in deutscher Sprache unterrichtet. In den Klassen 9C, 9D,
10i1, 10i2, 10i3, 11i1, 11i2 und 11i3 besteht zudem die Möglichkeit, zwischen
Französisch als dritter Fremdsprache oder verstärktem Informatikunterricht
zu wählen.
Den Schülern stehen viele Arbeitsmaterialen, Computer und Filme in der großzügig angelegten und gut ausgestatteten Bachilleratsbibliothek für selbstständiges Arbeiten zur Verfügung. Seit letztem Schuljahr wird das neu eröffnete Selbstlernzentrum, in dem 25 multimediale Rechner mit moderner Lernsoftware bereitstehen, von den Schülern anhand vielfältigen Übungsmaterials zum eigenständigen Abarbeiten von Defiziten genutzt.
Um eine ordentliche Vorbereitung dieser Schüler auf die deutsche Hochschulreifeprüfung
gewährleisten zu können, wurde die Deutschlandreise für die Schüler
der C- und D-Klassen in die 9. Jahrgangsstufe vorverlegt. Sie findet nunmehr
für unsere Schüler in der 2. Schuljahreshälfte statt, für
die Schüler der A- und B-Klassen allerdings erst in Jahrgangsstufe 10. Die
Deutschlandreise, welche ca. vier Monate dauert, ist für alle Schüler
der Sekundarstufe ein eminent wichtiges Ereignis, welchem die meisten mit großer
Begeisterung entgegenfiebern. Die Schule erhofft sich vom Aufenthalt unserer
Schüler in Deutschland, dass sich ihre Deutschkenntnisse deutlich verbessern.
Deshalb dürfen nur die Schüler reisen, deren Leistungen ebendies erwarten
lassen. Selbstverständlich ist einwandfreies Verhalten eine weitere Voraussetzung.
Die Schüler der Klassen 12i1 und 12i2 erwerben am Ende dieses Schuljahres gleichzeitig sowohl die deutsche Hochschulreife als auch den Landesabschluss, das Bachillerat, welches auch die Schüler der Klassen 12A und 12B erlangen. Der Titel Bachiller berechtigt unsere Schulabgänger, ein Studium an einer kolumbianischen Universität zu beginnen. Ob sie nun so ohne Weiteres an einer bestimmten Universität das von ihnen gewünschte Fach studieren können, hängt aber auch von dem Ergebnis ab, das sie in der landesweit einheitlichen Hochschulzugangsprüfung erzielt haben, welche vom Instituto Colombiano para el Fomento de la Educación Superior (ICFES) durchgeführt wird. Selbstverständlich bemüht sich unsere Schule sehr, die Schüler auf diese Prüfung optimal vorzubereiten. Das hohe Bildungsniveau, das die Schüler unserer Schule erreichen, und das uns immer wieder bestätigt wird, ist dabei sehr hilfreich. So kostet es Schülern, die von anderen Schulen kommen, oft Kraft und Anstrengung, sich unserem Niveau anzupassen.
Beginnen unsere Schulabgänger ein Studium an einer heimischen Universität,
sind sie, was Arbeitstechniken und Kenntnisse anlangt, ihren Komilitonen in der
Regel überlegen und weit voraus. Ohne größere Probleme können
sie auch z.B. in Deutschland, in Spanien oder in den Vereinigten Staaten von
Amerika studieren.
Die Ergebnisse der ICFES-Prüfungen spiegeln nicht immer gut die Leistungsfähigkeit und hervorragende Ausbildung unserer Schulabgänger wider. Darum sind einige Universitäten in Bogotá dazu übergegangen, unsere besten Bachilleres unabhängig vom ICFES-Ergebnis aufzunehmen.
Die deutsche Hochschulreife ist für unsere Schüler aus unterschiedlichen
Gründen attraktiv:
Manche Schüler, mitunter gerade die leistungsfähigsten, wollen in Deutschland
studieren, andere wissen um die solide Ausbildung, die ihnen an einer heimischen
Universität von großem Nutzen ist und ihre Startchancen dort erheblich
verbessert. Einige schließlich haben lediglich das Bedürfnis, sich
erhöhten Anforderungen zu stellen und ihre Kenntnisse der deutschen Kultur
zu vertiefen.
Schülern unserer Schule, die nur den Landesabschluss erworben haben, steht der Weg über ein Studienkolleg offen, wenn sie in Deutschland studieren wollen.
Stephan Wölbert
Sekundarstufenleiter